Ausstellungen
  • Wissenschaft als Film
  • Exil
  • Wissenschaftsgeschichte(n)
  • Präsidenten und Kanzler
  • MenschenLeben – Oral History
  • Literatur
  • Radio Hören
  • Hermann Leopoldi
  • Historische Töne
  • United States Information Agency

Hans Sindelar – Ein Trickfilmpionier aus Österreich

Hans Sindelar wurde 1921 in Wien-Simmering als Sohn eines alkoholkranken, arbeitslosen Eisenbahners geboren. Bereits als 14-Jähriger musste er zum Lebensunterhalt der Familie beitragen, konnte sich so aber auch selbst eine musikalische Ausbildung finanzieren.
Im Zweiten Weltkrieg war er in der Deutschen Wehrmacht als Militärmusiker am Polen- und Frankreichfeldzug beteiligt. Überfordert vom Soldatenleben, konnte er seine Entlassung aus dem Militärdienst erwirken und wurde stattdessen in den "Ostmark-Werken" dienstverpflichtet. Nachdem er offen Kritik am NS-Regime geübt hatte, verfolgte er die letzten Kriegstage und den Einmarsch der Russen von einem Versteck aus.
Unmittelbar nach dem Krieg schlug sich Hans Sindelar zunächst als Musiker in Wiener Nachtklubs durch und arbeitete anschließend unter anderem als Handelsvertreter und Immobilienhändler. Anfang der 1960er-Jahre gelang es dem Filmliebhaber, sein Hobby zum Beruf zu machen und er avancierte in Folge zu einem der bedeutendsten Trickfilmer Österreichs. In seinem eigenen Studio und mit seinen selbst entworfenen und gefertigten Figuren produzierte er für den ORF bis 1980 etwa 125 Kinderfilme. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die "Sindy Show" und die "Potatoes".
Nach seiner Pensionierung blieb er künstlerisch aktiv und begann sich in seiner neuen Heimatgemeinde Kreuttal zu engagieren. Hans Sindelar war dreimal verheiratet und hat eine Tochter.

Hans Sindelar im Studio

Hans Sindelar bei der Arbeit im Studio
Hans Sindelar über seine Kritik am Nazi-Regime.
4:43