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Bundeskanzler am Weg in die Katastrophe

Die Jahre von 1932 bis 1938 muten im Rückblick wie ein schicksalshaft unabänderlicher Absturz in Gewalt, Krieg und Diktatur an. Doch so erscheint es mit einem Abstand von über 70 Jahren, den Menschen der 1930er-Jahre mag es vielleicht mehr wie der Kampf zwischen politischen Extremen, vom äußeren linken und rechten politischen Spektrum, vorgekommen sein, die für sich in Anspruch nahmen, Heilsbringer zu sein. Politische Extreme, die behaupteten einen Weg aus der alltäglichen Katastrophe der Weltwirtschaftskrise ab 1929 zu kennen, denn die alte bürgerliche Welt und Ordnung schien endgültig bankrott zu sein. Uniformen begannen das politische Erscheinungsbild zu prägen und der politische Kampf wurde immer wortwörtlicher zu verstehen. In der Militarisierung der Politik und der Bereitschaft zur realen Gewaltanwendung in der politischen Auseinandersetzung, lag wohl das gefährlichste unmittelbare Erbe des Ersten Weltkrieges. Heimwehr, Schutzbund und zunehmend SA und SS beherrschten die Straße.


1933 wurde mit Adolf Hitler ein ehemaliger Österreicher in Deutschland Reichskanzler, der die "Heimkehr ins Reich", also den Anschluss von Österreich, als eines seiner erklärten Ziele nannte.
In Österreich folgte im selben Jahr auf die Ausschaltung des Parlaments durch die Regierung Dollfuß, der Beginn des austrofaschistischen Ständestaats. Im Februar 1934 kam es zum letzten Aufbäumen der Sozialdemokratie in Österreich. Der Schutzbund, der militärisch organisierte Teil der sozialistischen Basis, erhob sich gegen die Diktatur des Ständestaats. Durch den Bürgerkrieg vom Februar 1934 wurde die Sozialdemokratie in Österreich zerschlagen, in die Illegalität gedrängt und die Arbeiterschaft in unversöhnliche Frontstellung zum neuen Regime gebracht. Das Verfassungsgesetz vom 30. April 1934 und die sogenannte "Maiverfassung" sollten den Ständestaat auf eine feste Basis stellen. Die größte Gefahr für den Ständestaat kam aber nicht mehr von linker Seite, sondern vom extrem rechten Rand. Die Ermordung von Bundeskanzler Dollfuß, während des gescheiterten Nazi-Putsches im Juli 1934, war der Höhepunkt einer braunen Gewaltwelle in Österreich. Noch hielt der andere "Große Diktator", Mussolini, seine Hand schützend über den, wenn auch "austro-", so doch faschistischen Ständestaat.


Kurt Schuschnigg, der Nachfolger von Dollfuß, konnte keine Einigkeit innerhalb Österreichs herstellen. Viele Sozialisten gingen noch eher ins Lager Hitlers über, als mit den in ihren Augen "Arbeitermördern" des Austrofaschismus gemeinsame Sache zu machen. Als Italien ab 1936 durch seine Kolonialabenteuer in Afrika, die Eroberung von Äthiopien, international in Isolation geriet, waren die Tage des Kruckenkreuzes in Österreich gezählt. Hitler und Mussolini wurden neue beste Freunde und der Duce hatte keine Bedenken mehr, als Hitler im Frühjahr 1938 den Druck auf die österreichische Regierung ständig erhöhte. Schuschnigg wich schließlich den immer massiveren Einschüchterungen aus Berlin und trat am 11. März 1938 zurück. Der österreichische Nationalsozialist und spätere Reichskommissar für die im Zweiten Weltkrieg besetzten Niederlande, Arthur Seyß-Inquart, war der letzte österreichische Bundeskanzler, vom 11. März 1938 bis zum 13. März 1938, als der Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich vollzogen wurde.

NS-Propaganda

GGroßeltern und Enkel begrüßen den Anschluss - Propaganda 1938
Bundeskanzler Schuschnigg hielt am Samstag den 17. Oktober am Abend anlässlich des zweiten großen Bundesappells der Vaterländischen Front vor den Amtswaltern im großen Sitzungssaal des Parlaments, dass damals „Haus der Bundesgesetzgebung“ hieß, eine programmatische Rede die im Radio übertragen wurde. Kleiner Ausschnitt aus der Rede des Bundeskanzlers. Anschließend das „Lied der Jugend“ auch Dollfußlied genannt. Danach Absage des Radiomoderators.
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