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Das neue Medium

Was zunächst unauffällig und technisch unzureichend 1924 begann, wurde bald zu einer Leidenschaft für alle: Radio.Verschiedene Typen von "Sendungen" entstanden und wurden fast ausschließlich live abgewickelt. Sehr viel Musik, meist einfach das Abspielen von Schellackplatten. Zum Beispiel Lieder zur Einführung des Radios – etwa die schöne Adrienne mit ihrer für den Empfang sehr anzuratenden "Hochantenne" – charakterisieren die Frühzeit gut.

Kulturprogramm
Die Arten von Sendungen, die sich in den frühen Jahren des Radios herauskristallisierten, entsprechen ungefähr heutigen Vorstellungen, ihre Machart war jedoch recht anders, statischer, ruhiger als heute: da spricht ein Wissenschafter wohl vorbereitete Worte über sein Fachgebiet, da wird eine Musikübertragung angekündigt, Literatur vorgetragen, auch schon in dramatisierter Form.

Anlässlich des Beginns der Ausstrahlung von Radiosendungen in Österreich durch die RAVAG (Radio Verkehrs AG) wurde 1925 (?) eine Schallplatte mit mehreren Liedern eingespielt.
2:49
Der Empfang der Sendungen mit den frühen Radioapparaten, den Detektoren, war mühsam und hing sehr stark von einer wirksamen Antenne ab. Darauf bezieht sich das Wort "Hochantenne".
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Nachdenken über das neue Medium

Julius Wagner-Jauregg

Die Aufnahme ist in doppelter Hinsicht interessant. Zu Beginn macht Wagner-Jauregg deutlich, wie eine solche Sendung zustande kam: zuerst der Vortrag, der im Studio auf einer Schallplatte aufgenommen wurde, dann die Wiedergabe dieser Platte zur vorgesehenen Sendezeit. Da das Aufnehmen solcher Platten kompliziert war, wurde oft darauf verzichtet und viele Sendungen live abgewickelt (einer der Gründe, warum sowenig Belege des frühen Radios überlebt haben). Erst mit der Einführung des Tonbandes in den  50er-Jahren wurde dies einfacher. Die für Radiozwecke aufgenommenen Platten sind übrigens nicht mit den publizierten und vervielfältigten Schellackplatten gleichzusetzen. Zwar war die Technik ähnlich, doch wurden bei Aufnahmen wie bei jener von Wagner-Jauregg nur ein Exemplar, oder höchstens ein paar, aufgenommen. Das Plattenetikett wurde mit der Hand beschriftet.
 

Wagner-Jauregg gibt in weiterer Folge auch noch einen wichtigen Einblick in das Nachdenken über das neue Medium: es war den Beteiligten klar, dass für das Radiomachen neue Regeln gefunden werden mussten:

Julius Wagner-Jauregg
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Wissenschaft

Der berühmte Chirurg Anton von Eiselsberg, ein Schüler Theodor Billroths, erläutert, was wir heute "state of the art" nennen würden: die damaligen Behandlungsmethoden
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