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In seinem Hotel in New York spricht Friedrich Gulda über sein Konzert. Vorher gab er ein kleines Konzert in der Frick Gallery. Er spricht über seine Zukunftspläne, und er freut sich, in Amerika Count Basie und Lee Konitz kennengelernt zu haben.
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Radio im Dienst der US-Propaganda?

"Uncle Sam wants you"

Die United States Information Agency (USIA, oder United States Information Service – USIS) war für Öffentlichkeitsarbeit bzw. "Public Diplomacy" im Auftrag der US-Regierung zuständig. Gegründete wurde diese Behörde auf direkten Wunsch von US-Präsident Eisenhower im August 1953. Der Hauptsitz war in Washington, D.C. Nebenstellen befanden sich aber in praktisch allen für die US-Regierung frei zugänglichen Teilen der Welt. Eisenhower hatte klar erkannt, dass der Kalte Krieg an vielen Fronten geführt wurde. Die Propaganda-Front war dabei sicherlich nicht die unwichtigste. Zu den Aufgaben der USIA zählte unter anderem die Steigerung der Akzeptanz und Aufklärung über die US-Politik im Ausland, Förderung des Dialogs zwischen Amerikanern und amerikanischen Organisationen und den entsprechenden Stellen im Ausland sowie Information der US-Regierung über die Reaktionen und Meinungen zur eigenen Politik im Ausland. Berichtet wurde aber auch sehr umfangreich über jede Art von Kontakten auf den unterschiedlichsten Ebenen zwischen den USA und ihren Bürgern mit anderen Ländern und deren Bürgern.

Ob es um die Eröffnung einer Ausstellung von Arik Brauer, ein Burgtheater-Gastspiel oder den Besuch eines österreichischen Landeshauptmannes ging, schien nebensächlich zu sein, die Berichterstattung über Österreich und Österreicher in den USA war bemerkenswert umfangreich. Wie weit es bei der Arbeit der USIA um harmlose Public Relations – sofern dies überhaupt möglich ist – oder um imperialistische Propaganda ging, lag in der Zeit des Kalten Krieges wohl am ehesten im Auge des Betrachters. Selbstverständlich wurden die Vereinigten Staaten in einem positiven Licht gezeigt, selbstverständlich wurden die dunklen Seiten des Lebens in den USA tunlichst ausgeblendet. Aber wer würde freiwillig für eine super-kritische Berichterstattung über sich selbst etwas bezahlen wollen? Bei aller berechtigten Kritik an der unreflektierten Darstellung des "American Way Of Life" und der US-Politik durch die USIA sollte nicht übersehen werden, dass sich in dem durchaus umfangreichen Bestand der Österreichischen Mediathek kein USIA-Beitrag fand, der den politischen Gegner verunglimpfte oder auch nur in die Nähe von anti-kommunistischer Gräuelpropaganda kam.

1999 hatte die Behörde ein Budget von 1,109 Milliarden US-Dollar und hatte 190 Niederlassungen in 142 Ländern der Welt. Zum 1. Oktober 1999 wurde die USIA in das US-Außenministerium integriert, de facto aber aufgelöst. Der Kalte Krieg war wirklich beendet. Produziert wurden die Beiträge zum überwiegenden Teil in den USA, dann wurden sie nach Europa, zur jeweiligen USIA-Zweigstelle vor Ort, überspielt und an die nationalen Rundfunkstationen weitergeleitet, mit der Bitte um Rücksendung. Von der Wiener USIA-Stelle kamen die über 4000 Tonbänder zuerst an die Wien-Bibliothek, um schließlich 2004 in der Österreichischen Mediathek eine dauerhafte und fachgerechte Bleibe im Archiv zu finden. Im Rahmen des Projektes "Österreich am Wort" wurde der gesamte Bestand katalogisiert, digitalisiert und der digitalen Langzeitarchivierung zugeführt. Eine Auswahl von 705 Beiträgen fand Aufnahme in der "Österreich am Wort" Online-Edition, der gesamte Bestand ist in der Österreichischen Mediathek digital benutzbar.

In der Zeitung "The New York Times" erschien regelmäßig die Serie "Home Economist", dabei stießen die New Yorker Journalisten auf Rezepte von Olga und Adolf Hess, die ausprobiert wurden, darunter die Sacher- und die Linzertorte. Sie veröffentlichten einen zweiseitigen Bericht mit Bild und Rezept über die Torten, aber auch über Anna Sacher.
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