Paternoster im NIG

Titel   Paternoster im NIG
Titelzusatz   Der letzte öffentlich zugängliche Paternoster im Neuen Institutsgebäude der Universität Wien
Spieldauer   3:14
Mitwirkende   Österreichische Mediathek [Produzent]
Datum   1996.03.18
Ort   Wien, Neues Universitätsgebäude [Aufnahmeort]
Schlagworte   Technik, Geräusche; Dokumentation, Technik, Alltag; Unveröffentlichte Eigenaufnahme der Österreichischen Mediathek; Bundesland / Wien, Österreich
Archivformat   Videokassette, Betacam, SP
Typ   video
Signatur   Österreichische Mediathek, vx-06377_01
Medienart   Flash-Videodatei
Inhalt
Ein Paternosteraufzug, kurz Paternoster, wird technisch auch Personen-Umlaufaufzug genannt und ist eine Sonderform einer Aufzugsanlage zur Personenbeförderung.

Sammlungsgeschichte
» Sammlung Video-Eigenaufnahmen der Österreichischen Mediathek

Art der Aufnahme
» Alltags- und Videodokumentation

Anmerkungen zum Inhalt
» Projektmaster und Clips

Technische Anmerkungen
» Videodigitalisierung an der Österreichischen Mediathek
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Sammlung Video-Eigenaufnahmen der Österreichischen Mediathek

Die Österreichische Mediathek begann ihre Dokumentationstätigkeit in den 1960er Jahren – damals noch unter dem Namen Phonothek – auf rein akustischer Basis. Diese war auch geeignet für Literaturlesungen, Pressekonferenzen, Interviews und ähnliche Aufnahmetypen. Gewiss wäre es immer wieder wünschenswert gewesen, auch die bildliche Dimension zur Verfügung zu haben, doch allein schon der erhöhte Aufwand für Video schloss dies damals aus. Im Lauf der Zeit – als auch die technischen Möglichkeiten sich erweitert hatten – und mit Aufnahmeaufgaben wie Dokumentation von Straßendemonstrationen und von alltäglichen Ereignissen wurde der Übergang zur Video-Dokumentation immer drängender. Nach einigen Jahren der Versuche begannen ab 1998 systematische dokumentarische Videoaufzeichnungen der Österreichischen Mediathek. Kulturelle und politische Ereignisse, aber auch Alltagsszenen, Geschäftslokale vor dem Schließen, aussterbende Berufe und dergleichen wurden seither dokumentiert (siehe auch "Alltags- und Videodokumentation").

Alltags- und Videodokumentation

Der rapide Kulturwandel unserer Zeit zeigt sich besonders deutlich an den Veränderungen im Straßen- und Landschaftsbild, im öffentlichen Verhalten der Menschen und in ihrem Arbeiten. Wie lassen sich diese raschen Wandlungen festhalten und dokumentieren? Die Möglichkeit der audiovisuellen Abbildung drängt sich auf. Hier hat die neue Medientechnik ein besonders wichtiges Aufgabenfeld. – Die Österreichische Mediathek hat bei ihrer aktiven Quellenherstellung zunächst mit akustischen Mitschnitten von Kulturereignissen und politischen und wissenschaftlichen Veranstaltungen begonnen. Von hier war der Weg nicht weit, mittels Video auch Alltagsereignisse zu dokumentieren: die letzte Fahrt mit dem Stockautobus 13 durch Wien, der „Paternoster“ im Neuen Institutsgebäude der Wiener Uni, Straßenszenen, eine Riemenfabrik, Schuster und Druckerei. – Das Aufgabengebiet für solche dokumentarischen Aufnahmen ist dabei immer weit größer gewesen als die organisatorischen Möglichkeiten der Österreichischen Mediathek. Inhaltlich gesehen ist Video-Alltagsdokumentation eine schwierige Aufgabe, geht es doch nicht darum, einen unmittelbar vorführbaren Film herzustellen, sondern Quellenmaterial, das später einmal für noch unbekannte Zwecke verwendet werden wird – für filmische Produktionen, für wissenschaftliche Analysen und vielleicht für Dinge, die heute noch nicht vorstellbar sind. Es ist daher wichtig, bei der Alltagsdokumentation möglichst multidisziplinär zu denken, die Gestaltung möglichst zurückzunehmen, bzw. die Gesichtspunkte der Gestaltung transparent zu machen und das gesamte ungeschnittene Material aufzuheben und zugänglich zu machen. In der Online-Edition "Österreich am Wort" wurde ein repräsentativer Querschnitt aus den in den Beständen der Österreichischen Mediathek vorhandenen Alltagsdokumentationen ausgewählt. Sowohl ungeschnittenes Rohmaterial als auch Clips wurden ausgewählt. Im Zuge des Projektes wurden jedoch noch weitere Teile des Bestandes digital langzeitgesichert, diese Aufnahmen sind in der Österreichischen Mediathek vor Ort abrufbar.

Projektmaster und Clips

Aus dem im Zuge der Videodokumentation des Videoteams der Österreichischen Mediathek entstandenen Rohmaterial wird in vielen Fällen eine bearbeitete Version des Materials als sogenannter "Projektmaster" hergestellt. Diese Version des Dokumentationsmaterials ist eine von technischen Unzulänglichkeiten bereinigte und in Bezug auf die Dokumentation nicht relevantes Rohmaterial gekürzte Fassung des Videomaterials. Es stellt die eigentliche Archivkopie dar (in vielen Fällen wurde jedoch auch zusätzlich das Rohmaterial archiviert). Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine Version im Sinne eines gestalteten und geschnitten "Dokumentarfilmes". Im Regelfall bildet ein Projektmaster die dokumentierten Sequenzen in ihrer vollen zeitlichen Dauer ohne kürzende Zwischenschnitte ab.

Einen weiteren Bearbeitungsschritt stellt jedoch die Anfertigung eines sogenannten "Clips" dar. Hier wird ein weitergehender Eingriff in das Rohmaterial vorgenommen, Clips können sowohl aus einzelnen Teilausschnitten des aufgenommenen Materials als auch aus dem Zusammenschnitt einzelner Sequenzen daraus bestehen. Clips wurden in vielen Fällen im Hinblick auf eine bestimmte Verwendung des Materials gestaltet: Präsentationen, verschiedene Kurzversionen für die Verwendung in diversen Ausstellungen, Ansichtsmaterial oder ähnliches. Bei der Herstellung von Clips wurden teilweise auch gezielt Musikausschnitte, bzw. externer Ton zur Aufnahme hinzugefügt. Auch dies unterscheidet den "Clip" im Rahmen der Videodokumentation vom "Projektmaster" (neben anderen Kriterien, wie die Länge oder Anzahl und Art der Schnitte): Bei Projektmaster-Kopien ist entweder keine, oder nur eine "O-Tonspur" vorhanden, ein "Clip" wird je nach Verwendungszweck weitergehend verändert und gestaltet. In der Online-Edition "Österreich am Wort" wurde bei Videodokumentions-Aufnahmen meist der Projektmaster verwendet, in einigen Fällen auch das Rohmaterial bzw. aus Gründen einer verbesserten Zugänglichkeit auch einzelne "Clips" der Aufnahme, jedoch nicht mehrere Versionen des selben Materials. Das gesamte Archivmaterial wurde jedoch im Zuge des Projektes „Österreich am Wort“ digitalisiert und ist vor Ort in der Österreichischen Mediathek abrufbar.

Videodigitalisierung an der Österreichischen Mediathek

Im Rahmen des Projektes "Österreich am Wort" wurde an der Österreichischen Mediathek mit der Entwicklung einer eigenen Lösung für professionelle Videodigitalisierung begonnen. Da Digitalisierung zur Bestandserhaltung gerade im Videobereich unumgänglich ist, weil die Träger und die Abspielgeräte rasch nicht mehr benützbar bzw. verfügbar sind und - anders als bei der Audio-Digitalisierung - im Bereich der Video-Digitalisierung für Archive derzeit noch kein international einheitliches Zielformat in Verwendung ist, wurde für die Sicherung des gefährdeten Videomaterials eine Free-Software-Lösung entwickelt, die den gesamten Workflow der Digitalisierung umfasst: Von der Digitalisierung (Archivformat ist ein AVI Container mit ffv1 Codec) über Analyse, Erstellen von Vorschaubildern und einer Sichtungskopie (MPEG), manueller Qualitätsüberprüfung mit automatisierten Analysen, Dokumentation aller anfallenden Metadaten bis hin zum Ablegen in einen digitalen Massenspeicher werden alle Schritte mit der im Haus entwickelten Digitalisierungslösung "DVA Profession" professionell und auf die Langzeitarchivierung ausgerichtet durchgeführt. Neben einer ffv1-AVI-Archivaufnahme und der internen MPEG-Sichtungskopie wird für die Online-Edition "Österreich am Wort" auch eine Kopie in Form einer FLV-Datei angelegt, die - mit den inhaltlichen Metadaten verknüpft - als Online-Sichtungskopie dient.